Das hunderttürmige und filmerische Prag

Agenten, Ausgeweihdete, Magier. Wenn Sie in Prag spazierengehen, erinnern Sie sich an berühmte Hollywood-Filme, die hier gedreht wurde. Unsere Hauptstadt ist voll an Orten, die mit der silbernen Leinwand in Verbindung stehen. Es genügt sich aufmerksam umzusehen. Schon ganz in der Nähe des Hotel Rott.

In der Zeit des Sozialimus konnten natürlich amerikanische Filmstäbe bei uns nicht drehen und um Prag, wie auch die gesamte Republik, wurde eine Kurve gemacht. Symbolisch wurde in dieser Richtung die Erstellung des Kriegsfilms Die Brücke von Remagen des Regiseurs John Guillermin im tragischen Jahr 1968: beim Zusammenfluss von Moldau und Sázavoa, nur ein paar Kilometer von den heutigen Stadtgrenzen…

Eine ehrenvolle Ausnahme  wurde der Oskar-gekrönte Film Amadeus von Miloš Forman (1984), dank dessen sich Invalidovna, das Ständetheater und Hradčany auf der Leinwand vorstellten.

Filme auf der Burg und in deren Umgebung

Gerade die Umgebung der Prager Burg stellt in den letzten Jahren, in denen nur die Kosten und die Eignung der Lokalität über den Drehort entschieden, einen bei den Filmemacher beliebtesten Ort dar. Sie kommt zum Beispiel in Ritter aus Leidenschaft (2001, Regie Brian Helgeland) vor. Die Innenhöfe der Prager Burg sehen Sie in Mission Impossible: Ghost Protocol (2011, Regie Brad Bird).

The Illusionist (2006, Regie Neil Burger) stellt der Hradčany das Wiener Schönbrunn dar. In Les Misérables lässt Bille August sogar den St.-Veits-Dom retuschieren und ersetzte diesen durch den Pariser Dom Notre-Dame. Im gleichen Film wirken auch der Hradčany-Platz und das Martinický-Palais mit. Nur ein Stück weiter, im Strahov-Kloster, entstanden Szenen für die paranormale Fahrt Hellboy und den mysteriösen Kriminalfilm From Hell (2001).

Prager Plätze und Brücken in Filmen

Ein weitere filmisch dankbarer Platz ist der Altstädter Ring. Am meisten machte diesen gleich die erste bedeutende amerikanische Produktion bei uns berühmt, das legendäre Mission Impossible (1996, Regie Brian de Palma). An die Szene mit dem zerbrochenen riesigen Aquarium erinnert sich wahrscheinlich jeder.

Der gleiche Film nutze auch die interessanten Räume des Nationalmuseums und des hier anschließenden Wenzelsplatzes. Im Bond-Film Casino Royale (2006, Regie Martin Campbell) stellt unsere bedeutendste Ausstellungsinstitution ein Hotel in Venedig dar. Und es erscheint auch im schon erwähnten Thriller From Hell, für den die tschechische Hauptstadt das düstere London des 19 Jahrhunderts darstellt. Den Filmemachern gefiel besonders die einmalige Atmosphäre des Krankenhauses U Apolináře.

Zu den Symbolen Prags gehört die Karlsbrücke. In Mission Impossible läuft Tom Cruise auf dieser und sie spielt auch eine wichtige Rolle in der Action-Aufmischung XxX (2002, Regie Rob Cohen). Dieser stellt den Zuschauern auch die Týn-Kirche sowie einen Treppenaufgang auf der Kleinseite und das Gemeindehaus, ebenfalls aufgenommen in Edith Piaf (2007, Regie Olivier Dahan), vor.

Filmperlen aus der Hauptstadt

Der schon erwähnte Film Les Misérables wurde auch auf dem Schloss Troja gedreht, das teuflische Hellboy (2004, Regie Guillermo del Toro) im industriellen Holešovice und Agent ohne Vergangenheit (2002, Regie Doug Liman) auf Kampa.

Außer mit den bedeutenden und touristisch frequentierten Sehenswürdigkeiten präsentierte sich Prag in Filmen mit vielen wirklich bizarren Orten. Zu diesen gehört die Abwasserkläranlage Bubeneč in Mission Impossible: Ghost Protocol, der schäbige Güterbahnhof Žižkov in Wanted (2007, Regie Timur Bekmambetov) und ein im Bau befindliches Gebäude in der Lomnicka-Straße in Unlocked (2017, Regie Michael Apted).

Für das Drehen des Films Kind 44 zögerte der Regiseur Daniel Espinosa im Jahre 2015 sogar nicht, den Betrieb der Metro auf der Linie B zwischen den Stationen Anděl und Smíchovské nádraží einstellen zu lassen. Pech hingegen hatte der Stab von Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman (2003, Regie Stephen Norrington): das Hochwasser zerstörte damals Filmdekorationen im Wert von sieben Millionen Dollar…