Interessante Prager Museen, die man sehen sollte

Nationalmuseum, Nationalgalerie, Museum der Hauptstadt Prag, Nationales technisches Museum… die Reiseführer sind voll großer Prager Ausstellungen, welche sich nicht über fehlendes Interesse der Besucher beschweren können. Vergessen Sie dabei nicht die anderen Museen, kleinere, dafür aber möglicherweise interessantere? Lassen Sie sich von unserem kleinen Führer inspirieren.

Jüdisches Museum

Minimal zwei Museen in Prag sind außerhalb der Grenzen der Tschechischen Republik bekannter als bei uns. Das erste von Ihnen ist das Jüdische Museum (U Staré školy 1, nur ein paar Schritte vom Hotel Rott). Er bildet das Leben, die Sitten und Traditionen der jüdischen Einwohnerschaft auf dem Gebiet der Tschechischen Republik ab und betreibt auch fünf Synagogen: Maisel-, Pinkas-, Spanische und Klausen-Synagoge und den Zeremoniensaal der Begräbnisbrüderschaft. Sie sind stolz auf die weltweit umfangreichste Kollektion mit jüdischer Thematik (u.a. über 40.000 Sammelgegenstände und 100.000 Bücher).

Franz Kafka Museum

Der zweite dieser gefragten Orte ist das Franz Kafka Museum (Cihelná 2b). Zur Ausnahmestellung der Exposition über den berühmten Schriftsteller, welcher am 3. Juli 1883 in Prag geboren wurde, trägt die Tatsache bei, dass diese vom Zentrum für Gegenwartskultur in Barcelona vorbereitet wurde. Dort fand im Jahre 1999 auch deren Premiere statt.

Alfons Mucha Museum

Die slawische Epopöe ist (bisher) in Prag nicht dauerhaft installiert, deswegen zahlt es sich aus wenigstens in das Alfons Mucha Museum (Panská 7) zu gehen. Es hat seinen Sitz im Kounický Palais in der Nähe des Wenzelsplatzes und umfasst vor allem die Pariser Zeit des Künstlers (1887-1904). Hier sehen Sie Hunderte Jugendstil-Ölmalereien, Zeichnungen, Pastellzeichnungen, Statuen, Fotografien, aber auch persönliche Gegenstände des Malers.

Antonín Dvořák Museum

Leben und Werk des im Ausland renommiertesten tschechischen Komponisten Antonín Dvořák stellt das Museum im Sommerpalais Michna (Ke Karlovu 20) dar. Die Reihe interessanter Exponate hier schätzen nicht nur die Kenner des Schöpfers der weltberühmten Rusalka.

Museum des Kommunismus

In das allgemeine Bewusstsein trat die Tschechische Republik auch einmal durch ein nicht besonders positives Ereignis, die Einführung der Einparteien-Regierung im Februar 1948. Erinnerungen an den Aufbau des sozialistischen Regimes und das alltägliche Leben in diesem bietet das Museum des Kommunismus im Palais Sylva-Taroucca (ul. Na Příkopě). Wenn Sie mit eigener Haut die Gefühle des normalen tschechischen Bürgers in den Jahren 1948 bis 1989 erleben wollen, haben Sie die einmalige Chance dazu.

Museum der Alchemisten und Magie des alten Prag

Der Umstand, dass die tschechische Metropole eine Herberge von Hexen, Meistern der okkulten Wissenschaften und anderer seltsamer Gestalten war, ist allgemein bekannt. Deren goldene Epoche unter der Regentschaft von Rudolf II. stellt das Museum der Alchemisten und Magie des alten Prag im Haus U osla (Jánský vršek 8) dar. Genau dort lebte der kaiserliche Hof-Alchemist und Hersteller von Wunderelexieren Edward Kelley. Lernen Sie dessen Vorbereitungen kennen, mit dem Zimmer des Doktor Faust und der Bücherei des Alchemisten John Dee.

Museum der Alchemie

Wer von Magie noch nicht genug hat, kann auch in die Rudolfinische Alchemiewerkstatt Speculum Alchemiae (Haštalská 795/1, auch nicht weit vom Hotel Rott entfernt) einkehren. Berühmte Alchemisten wie Tadeáš Hájek von Hájek, Bavor der Jüngere Rodovský aus Hustiřany oder Rabbi Löw haben in ihr angeblich den Stein der Weisen, das Lebenselexir und Gold aus normalem Metall hergestellt.

Kepler-Museum

Das Rudolfinische Panoptikum ergänzen auch seriöse Gelehrte von Weltrang. Einer von ihnen war der deutsche Astronom und Mathematiker Johannes Kepler. Dessen bedeutsamste Werke verbirgt das Museum in dem Haus (Karlova 4), in welchem er eines seiner wichtigsten Werke, Astronomia nova, schrieb.

Museum der Prager Legenden und Gespenster

Zu den Zauberern gehören mannigfaltige geheime, oft märchenhafte Wesen. Prag ist für ähnliche Wesen bekannt, bis heute treiben sich so manche in deren Straßen herum. Im Museum der Prager Legenden und Gespenster (Mostecká 18) erschreckt die Besucher ein Skelett vom Jánský vršek, ein kopfloser Tempelritter oder ein Türke aus Ungelt. Wer mehr über den Golem, Faust, die Moldau-Wassermänner oder die Kobolde von der Prager Burg wissen will, sollte diese Exposition nicht auslassen

Museum des Zaubers der alten Zeiten

Wir bieten Ihnen noch drei nicht alltägliche Ausstellungserlebnisse. Das erste davon ist das Museum des Zaubers der alten Zeiten (Valdštejnská 150/4), eine einmalige private Kollektion von Bekleidung, Accessoires und Kuriositäten aus der Zeit der Regentschaft der Königin Viktoria und des Königs Eduard VII. (1850-1910). Sie enthält mehrere Hundert Stück Bekleidung, Wäsche, Textilien, aber auch silberne Gegenstände.

MHD Museum

Touristen benutzen ihn praktisch täglich, schon deswegen verdienen sie es etwas näher betrachtet zu werden. Die Rede ist vom Prager Öffentlichen Verkehr und dessen Museum im Depot Střešovice (Patočkova 4). Zu den Spitzen der einmaligen Sammlung an 50 historischen Fahrzeugen gehören die Pferdegespann-Straßenbahn (1886), der offene Schlepp-Personenwagen (1896) oder das Modell des Metrozugs Tatra R1.

Alte Wasserkläranlage

Eine Rarität zum Abschluss: Alles über die Reinigung und Aufbereitung von Wasser für eine Million Prager erfahren Sie in der Alten Wasserkläranlage im Areal Stromovka-Park (Papírenská 6). An die Besichtigung der historischen Kanalanlagen werden Sie sich lange erinnern!