Wie war es mit der astronomischen Altstädter Uhr

Wer kennt nicht die Legende von dem unglücklichen Schicksal des Meisters Hanuš, des Schöpfers der astronomischen Prager Uhr. Die Schöffen haben ihm aus Angst, dass er dasselbe hinreißende Werk nicht anderswo erschafft, blenden lassen. Als Vergeltung hat er die Maschine gestoppt und Prag hat seinen Stolz verloren – ein Jahrhundert lang konnte sie niemand reparieren. War jedoch Meister Hanuš wirklich der Vater des berühmten Denkmals auf dem Altstädter Ring, der nur wenige Schritte vom Hotel Rott entfernt ist?

Eine andere Version der Geschichte sagt, dass der Meister einen großen Krieg in dem Moment vorausgesagt hat, wenn die astronomische Uhr wieder anläuft. Im Jahr 1866 ist eine der großen Reparaturen verlaufen und auf unserem Gebiet hat der preußisch-österreichische Krieg getobt... Alles war jedoch ein bisschen anders.

Die einzigartige astronomische Uhr, nicht die Einzige

Auch trotz der Bemühungen der Prager Schöffen findet man in der Welt einige Repliken der astronomischen Uhr – die übrigens die Inspiration in Astrario im italienischen Padova von Giovanni de Dondi (1364) gefunden hat. Das Modell des Rathauses mit der astronomischen Uhr finden Sie im Brüsseler Park der Miniaturen Mini-Europe, treue Nachahmungen stehen auch in Tokio oder Soul. Als ein evidenter Anlass hat sie auch den modernen astronomischen Uhren in Kryštofovo Údolí und in der Slowakei in Stará Bystric gedient.

Zu keiner davon kommen jedoch die 27 tschechische Herren, die auf dem Altstädter Ring am 21. Juni 1621 wegen der Teilnahme im gegenhabsburgischen Aufstand hingerichtet wurden. Sie beobachten leise das berühmte Horologium und jede unmerkliche Abweichung in deren Gang ist ein Zeichen, dass sich in den tschechischen Ländern schwere Zeiten nähern.

Zu mindestens sagt das die Legende. Kehren wir jedoch zum Meister Hanuš zurück. In der Wirklichkeit hieß er Jan Růže er hat das Uhrwerk nur im Jahr 1490 eingestellt. Für ihren Schöpfer müssen wir jedoch den Uhrmacher Mikuláš von Kadaň und den Astronomen Jan Šindel halten, weil wir den ersten Nachweis der Existenz der astronomischen Uhr vom 9. Oktober 1410 haben. Noch im Verlauf des 15. Jahrhunderts wurde die Statuenausstattung ergänzt.

Der in der astronomischen Uhr versteckte Dämon

Es scheint unglaublich, aber 300 Jahre später waren die astronomischen Uhren auf dem Turm des Altstädter Rathauses in einem so desolaten Zustand, dass ihnen der Alteisenverkauf gedroht hatte. Zu deren Renaissance hat deutlich der Patriot Antonín Strnad beigetragen und während der Generalreparatur im Jahr 1866 wurde sie um die Statue eines krähenden Hahns erweitert.

Der berühmte Maler Josef Mánes hat damals auch eine neue Kalenderplatte mit den Symbolen des Tierkreises, der Monate und mit dem Zeichen der Prager Altstadt gemalt. Interessant ist, dass er nicht lange danach geistig erkrankte und wortwörtlich verrückt wurde – in den Nächten soll er auf der astronomischen Altstädter Uhr mit einer Kerze in der Hand wandern. 

Ist doch etwas Wahres an den Geschichten dran, dass man nicht in die astronomische Uhr eingreifen soll? Eine Reihe von christlichen Gelehrten ist ihr sogar ausgewichen, denn ihr wahrer Zweck soll es nicht sein, die Zeit anzuzeigen, aber die menschlichen Geister zu beherrschen. Dieses Teufelsauge lebt angeblich von der Energie der Besucher, die erstaunt auf den großartigen Anblick starren…

 

 

Lernen Sie während des Besuches von Prag die Wunder der astronomischen Prager Uhr kennen

Die astronomische Uhr ist nicht nur in Bezug auf die Geschichte einzigartig. Das astronomische Zifferblatt zeigt die Lage der Sonne und des Mondes, unterschiedliche Zeiten und andere Daten an. Die Kalenderplatte zeigt das aktuelle Datum und die christlichen Festtage an. In zwei Fenstern marschieren dutzende Apostel und Statuen an den Rändern, die Sünden und die Ausbildung symbolisieren.

Am dankbarsten von ihnen ist der Knochenmann. Einmal soll er die schweren Zeiten der tschechischen Nation bekannt geben. Nur ein in der Neujahrsnacht geborener Junge kann ihn daran hindern, der vom ersten Winken des Knochenmanns an von der Teinkirche den ganzen Altstädter Ring bis zum letzten Schlag der Uhr abläuft.

Ähnlich ermutigend lautet auch die Legende über den Spatz, der durch die geöffneten Backen des Knochenmanns in das Gefängnis in dem Rathausturm fliegt, wo gerade ein widersetzlicher Ritter geruht hat, der zum Tode verurteilt wurde. Erst beim weiteren Schlagen der Uhr ist ihm gelungen, wieder durch die geöffnete Backe in die Freiheit zu fliegen. Der Verurteilte hat es als ein göttliches Zeichen verstanden und wurde wirklich bald dank der Beendung der Kämpfe freigelassen.